Prüfungsordnung

Prüfungs- und Zertifizierungsordnung für Personal:

Allgemeine Bestimmungen

§ 1 Geltungsbereich

(1)
Diese Prüfungsordnung gilt für alle Prüfungsverfahren bezüglich Personal, die von der ICG Zertifizierung GmbH - im nachfolgenden ICG genannt - durchgeführt werden.

Prüfungen auf der Grundlage

  • des "Leitfadens zur Zertifizierung von Qualitätsfachpersonal" vom 20.08.2007 und 
  • des "Normativen Dokuments Personalzertifizierung: Operativ tätiges Personal im SGU Bereich" vom 04.05.2011

führen zu akkreditierten Abschlüssen.

(2)
Abweichungen im Einzelfall bedürfen der Zustimmung des Zertifizierungsausschusses für Personal (ZAP).

§ 2 Zertifizierungsausschuss für Personal (ZAP) 

(1)
Der GZBB-ZAP ist oberstes Prüfungsorgan der ICG.

(2)
Der ZAP ist zuständig für:

  • die Wahrung der Bestimmungen dieser Prüfungsordnung 
  • die Verabschiedung von Durchführungsbestimmungen für Prüfungen 
  • die Wahrung der Gleichwertigkeit und Gleichartigkeit der einzelnen Prüfungen sowie des Gleichheits- und Bestimmtheitsgrundsatzes in Prüfungsverfahren 
  • die Feststellung des Gesamtergebnisses einer Prüfung 
  • Entscheidungen über Täuschungshandlungen 
  • Entscheidungen in Beschwerdeverfahren. 

(3)
Der ZAP wird vom Leiter der Zertifizierungsstelle der ICG eingesetzt. Die Mitglieder des ZAP sind hinsichtlich der Aufgaben aus dieser Prüfungs- und Zertifizierungsordnung nicht an fachliche Weisungen der ICG–Geschäftsführung gebunden.

(4)
Über alle Beschlüsse des ZAP wird ein Protokoll angefertigt.

(5)
Die Mitglieder des ZAP haben über alle prüfungsrelevanten Vorgänge gegenüber Dritten Verschwiegenheit zu bewahren.

§ 3 Gliederung der Prüfungsverfahren 

(1)
Die Prüfungsverfahren für die Prüfungen zur Erlangung der Zertifikate werden in Durchführungsbestimmungen festgelegt.

(2)
In den Durchführungsbestimmungen ist geregelt:

  • Gültigkeitsbereich 
  • Prüfungsgegenstand 
  • Prüfungszulassung 
  • Prüfungsanforderungen 
  • Durchführung der Prüfung 
  • Zulassung von Hilfsmitteln 
  • Bewertung der Prüfungsergebnisse 
  • Zertifikate 
  • Inkrafttreten 

§ 4 Prüfungsgegenstand

In der Prüfung wird festgestellt, ob der Prüfungsteilnehmer die Methoden und Verfahren auf Aufgaben- und Fragestellungen aus den Gebieten

  • Qualitätsmanagement oder 
  • Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz (SGU) 
  • sowie anderen Fachbereichen 

anwenden kann.

§ 5 Anmeldung und Zulassung zur Prüfung

(1)
Die Anmeldung zu einer Prüfung hat schriftlich bei der Zertifizierungsstelle der ICG zu erfolgen.

(2)
Zu einer Prüfung wird zugelassen, wer die in der jeweiligen Durchführungsbestimmung geforderten Zulassungsvoraussetzungen erfüllt.

(3)
Für bestimmte Prüfungen können in den Durchführungsbestimmungen besondere Zulassungs- bzw. Anrechnungsbedingungen festgelegt werden.

(4)
Die Anzahl der Teilnehmer an einer Prüfung ist begrenzt.

§ 6 Prüfungstermin und Prüfungsort

(1)
Die Zertifizierungsstelle der ICG legt Prüfungstermine und Prüfungsorte fest.

(2)
Die Zertifizierungsstelle der ICG gibt Prüfungstermine und Prüfungsorte rechtzeitig bekannt.

§ 7 Durchführung der Prüfung 

(1)
Bei der Teilnahme an einer Prüfung muss sich der Teilnehmer durch ein Personaldokument mit Lichtbild (Personalausweis, Reisepass oder Führerschein) legitimieren.

(2)
Eine Prüfung kann aus einem mündlichen und schriftlichen Teil bestehen. Näheres regeln die Durchführungsbestimmungen.

(3)
Die Dauer der Prüfung bzw. einzelner Prüfungsteile ist in der jeweiligen Durchführungsbestimmung geregelt.

(4)
Schriftliche Prüfungen/Prüfungsteile erfolgen in programmierter Form (z.B. Multiple-Choice-Aufgaben).

(5)
Schriftliche Prüfungen/Prüfungsteile werden von einem Prüfer abgenommen.

(6)
Ein mündlicher Prüfungsteil wird von mindestens zwei Prüfern abgenommen. Von jedem mündlichen Prüfungsteil ist ein Protokoll zu erstellen, das von zwei Prüfern zu unterzeichnen ist.

(7)
Einschränkungen bei der Zulassung von Hilfsmitteln werden in den Durchführungsbestimmungen geregelt.

(8)
Die Organisation der Prüfung und die Bestellung der Prüfer obliegen dem Leiter der Zertifizierungsstelle der ICG. Besteht eine Prüfung aus mehreren Teilen, so können diese an verschiedenen Orten und zeitlich getrennt stattfinden.

(9)
Zum Erwerb oder zur Aufrechterhaltung von Akkreditierungen kann es notwendig sein, dass Prüfungen durch Begutachter der Akkreditierungsstelle beobachtet werden.

§ 8 Rücktritt von einer Prüfung 

(1)
Ein Prüfungsteilnehmer kann vor Beginn der Prüfung von der Teilnahme zurücktreten. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht unternommen.

(2)
Bricht ein Teilnehmer die Prüfung nach Beginn ab, so gilt diese Prüfung als unternommen.

§ 9 Täuschungshandlungen und Störungen 

(1)
Begeht ein Teilnehmer eine Täuschungshandlung, so vermerkt der Prüfer den Tatbestand und die Umstände auf den Prüfungsunterlagen oder im Prüfungsprotokoll. Die Entscheidung über die Anerkennung der Prüfung trifft der ZAP.

(2)
Wenn ein Prüfungsteilnehmer den ihm ausgehändigten Prüfungsaufgabensatz nicht vollständig abgibt, hat er keinen Anspruch auf die Bewertung seiner Prüfung.

(3)
Teilnehmer, die eine erhebliche Störung des Prüfungsablaufes verursachen, können von der Prüfung ausgeschlossen werden. Die Entscheidung darüber trifft der Prüfer. Die Entscheidung ist zu protokollieren. Bei Ausschluss von einer Prüfung gilt diese Prüfung als nicht bestanden.

§ 10 Bewertung der Prüfungsleistung 

(1)
Die Bewertung erfolgt nach einem Punktsystem. Für jede Aufgabe einer(s) schriftlichen oder mündlichen Prüfung/Prüfungsteils ist eine Höchstpunktzahl vorgegeben.

(2)
Die Bewertung einer Prüfungsleistung erfolgt durch den/die Prüfer. Wird eine Prüfungsleistung von mehreren Prüfern bewertet, so wird das arithmetische Mittel der Bewertungen gebildet.

(3)
Die Bewertung wird dem Teilnehmer nicht begründet.

(4)
Besteht eine Prüfung aus mehreren Teilen, ist jeder Prüfungsteil für sich zu bestehen.

(5)
Die Kriterien für die Bewertung der Prüfungsleistung mit „Bestanden“ regelt die jeweilige Durchführungsbestimmung.

§ 11 Wiederholungen von Prüfungen 

(1)
Eine nicht bestandene Prüfung kann maximal zweimal wiederholt werden.

(2)
Besteht eine Prüfung aus mehreren getrennt bewerteten Prüfungsteilen, so können einzelne Teile wiederholt werden. Die Wiederholung muss zum nächstmöglichen Prüfungstermin erfolgen.

(3)
Wird ein Prüfungsteil wiederholt, so ist das gesamte Verfahren dieses Prüfungsteils zu durchlaufen.

§ 12 Prüfungsunterlagen

(1)
Alle Unterlagen zur Prüfungsauswertung werden in der Geschäftsstelle der ICG in Chemnitz/OT Röhrsdorf aufbewahrt. Die Aufbewahrungsfrist beträgt mindestens drei Jahre bei bestandenen Prüfungen und mindestens sechs Jahre bei nicht bestandenen Prüfungen.

(2)
Einsicht in die Prüfungsunterlagen wird den Prüfungsteilnehmern nicht gewährt.

§ 13 Feststellung des Prüfungsergebnisses 

(1)
Der ZAP stellt das Ergebnis der Prüfung fest.

(2)
Die Benachrichtigung der Prüfungsteilnehmer über ihr Prüfungsergebnis erfolgt spätestens acht Wochen nach der Prüfung durch die Zertifizierungsstelle der ICG. Die erreichte Punktzahl wird nicht mitgeteilt.

(3)
Alle Benachrichtigungen der Prüfungsteilnehmer bedürfen der Schriftform.

(4)
Im Beschwerdefall kann der ZAP eine Überprüfung des Prüfungsergebnisses durch den Beschwerdeausschuss für Personal veranlassen.

§ 14 Zertifikate 

(1)
Jeder Teilnehmer an einer Prüfung erhält einen Prüfungsbescheid. Bei bestandener Prüfung ist der Prüfungsbescheid das Zertifikat oder die Verlängerung des Zertifikates.

(2)
Die erreichte Punktezahl wird auf dem Zertifikat nicht angegeben.

(3)
Das Zertifikat wird vom Leiter der Zertifizierungsstelle der ICG unterschrieben.

(4)
Die Zertifikate sind Eigentum der ICG.

(5)
Der Zertifikatsinhaber darf das Zertifikat nur als Ganzes für Werbezwecke benutzen.

§ 15 Vertraulichkeit und Datenschutz

(1)
Die Informationen über Prüfungsteilnehmer werden von der ICG nur zum Zweck der Durchführung von Prüfungen und in Zertifizierungsverfahren verwendet.

(2)
Mit der Anmeldung zu einer Prüfung gibt der Kandidat seine Zustimmung dazu, dass Begutachter der Akkreditierungsstelle an Prüfungen teilnehmen und Einblick in Aufzeichnungen über die Prüfungsteilnehmer nehmen können.

§ 16 Rechtsmittel

(1)
Beschwerden gegen einen Prüfungsbescheid sind innerhalb von sechs Wochen nach Zugang des Bescheides bei der Zertifizierungsstelle der ICG unter Angabe von Gründen schriftlich vorzubringen.

(2)
Die Beschwerde behandelt der Beschwerdeausschuss der ICG. Der Beschwerdeführer erhält die Möglichkeit an dieser Beratung teilzunehmen und dabei auch Einsicht in seine Prüfungsunterlagen zu nehmen. 
Der Ausschuss soll eine für beide Parteien einvernehmliche Lösung finden. Sollte dies jedoch misslingen, steht beiden Parteien der Rechtsweg offen.

§ 17 Prüfungsgebühren

(1)
Jede Prüfung ist gebührenpflichtig; das gilt auch für Prüfungen, von denen der Teilnehmer gemäß § 8 zurückgetreten ist.

(2)
Die Höhe der Prüfungsgebühren richtet sich nach der jeweils gültigen Gebührenordnung der ICG.

§ 18 Änderungen dieser Prüfungs- und Zertifizierungsordnung für Personal 

Änderungen der Prüfungsordnung sind den betroffenen Personen und Stellen in angemessener Form bekannt zu geben.

§ 19 Inkrafttreten 

(1)
Diese Prüfungsordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Sie findet Anwendung auf alle nach dem Veröffentlichungsdatum durchgeführten Prüfungen der ICG.

(2)
Die Prüfungsordnung wird veröffentlicht.


Ausgabe: 27.07.2011